Befestigte Städte – Kastellen


An den Hängen der Gebirge Žumberačka gora, Samoborsko gorje und Medvednica (oder Zagrebačka gora) stand im Mittelalter eine Reihe von befestigten Städten, von denen heute nur noch Ruinen übrig geblieben sind. Insbesondere das Eindringen der Tataren in Kroatien im Jahr 1241 beschleunigte den Bau einer großen Zahl von massiv gebauten Städten – Burgen auf natürlich schwerer zugänglichen Geländen, an strategisch wichtigen, befestigten Stellen.

Über die alten Städte und Kastellen sind zahlreiche Volksgeschichten und -Legenden entstanden und es wird viel über ihre Konstruktion, die Eigentümer und verborgenen Geheimnisse spekuliert, weshalb diese historischen Stätten auch heute noch viele Besucher als Aussichtspunkte und Orte für eine Pause in der Natur sowie die Lösung der Rätsel der Vergangenheit anlocken.

Altstadt von Samobor – Samobor

Errichtet an der Kreuzung der Wege in der nordwestlichen Ecke des Tals des Flusses Sava um 1260. Die frühen Herrscher sind das Haus Babonić, der ungarisch-kroatische König und Anfang des 15. Jh. die Grafen von Cilli. Anfang des 16. Jh. wird die Familie Frankopan Eigentümer. Die letzten Besitzer sind die Fürsten Erdödy und Kulmer. Die Burg ist mit Stein auf offenliegendem Felsen gemauert. Das älteste Gebäude der Burg ist der Wachturm aus dem 13. Jh., ein schlankes und gut gebautes, und womöglich das hochwertigste Gebäude des gesamten Komplexes mit einem Palast, einem Turm mit einer Kapelle, zwei Batterietürmen, einem Hof, unterbaut mit einem fünfeckigen Bastion und dem Palast namens „Ajtićeva kuća”. Heute spielen die malerischen Ruinen des Burgschlosses von Samobor eine Rolle in der Schönheit der Stadt Samobor mit ihrer Position über dem Hauptplatz und den Dächern der Stadthäuser als Erinnerung an die Vergangenheit.

Altstadt von Okić – Podgrađe Podokićko, Samobor

Die Stadt hat eine spezifische Position an der Spitze eines steilen Hügels. Okić wurde erstmals im Jahr 1193 erwähnt, wobei der erste bekannte Besitzer von Okić Jaroslav war, den eine schriftliche Aufzeichnung aus dem Jahr 1217 erwähnt. Im 14. Jh. setzt sich Okić aus zwei getrennten Burgteilen und einer Kapelle zusammen. An den Wänden der Burg sind einige Baufasen ersichtlich sowie die hochwertige romanische Mauerei. Von den Steinelementen sind Fenster, ein Treppenhaus und Schießscharten zu erkennen.

Tušćak – Kravljak, Samobor

Die Burg liegt an der Spitze eines langen und schmalen Grats an den östlichen Hängen des Gebirges Žumberačke gore in der Nähe des Dorfes Kravljak. Im 12. Jh. führt die Grente zwischen Slawonien (Ungarn) und Deutschland die Spitze des Gebirges Žumberačke gore entlang, während die Burg Tušćak unter den deutschen Teil und die Grafen Spanheime fiel. Die Burg hatte dank der Platzierung auf einer langen Grat die Aufgabe, die Grenze zu überwachen. Ein gutes Beispiel ist die sogenannte Axialburg, obwohl sie nur aus zwei gemauerten Objekten bestand.

Lipovec – Mali Lipovec, Samobor

Lipovec
Die Burg liegt auf einem kegelförmigen Hügel, westlich von Samobor, in der Nähe des Ausflugsortes Šoićeva kuća und der Spitze von Oštrc. Im Jahr 1251 erhält Ivan, Sohn von Jaroslav Okićki vom König Bela IV die Genehmigung das Militärlager Lipovac zu bauen. Danach haben die Fürsten Babonić die Burg gekauft, wonach sie 1349 in Beistz von Nikola Seč ist, bis hin zu Martin Frankopan. Sie wurde auf steilen offenliegendem Felsen gebaut, was potentiellen Angreifern den Zugang erschwerte. Die Burg Lipovec wurde wahrscheinlich im 17. Jh. verlassen, da sie zu der Zeit weder zum Aufenthalt noch zur Verteidigung dem Zweck diente.

Altstadt Žumberak – Kekići, Žumberak

Gelegen auf einer Erhöhung (501 m) über zwei Nebenflüssen der Kupčina, ist der Zugang nur durch den Wanderweg durch Žumberak möglich. Die Stadt von Žumberak wird in historischen Dokumenten unter dem Namen „Sichelberg” in der Liste der päpstlichen Enzykliken aus dem Jahr 1296 erwähnt. Die Stadt von Žumberak ist seit dem 13. Jh. in Besitz der Herzoge von Kärnten. Sie geht in den Besitz mehrerer Besitzer über, bis zu der Zeit der Türken und der Besiedlung der Uskoken im 16. Jh., als sie verlassen und eine neue Stadt von Žumberak gebaut wird. Der Grundriss von „Sichelberg” ist sehr gleichmäßig, d.h. er ähnelt dem romanischer Kastellen. Die neue Stadt von Žumberak wurde zur Abwehr gegen die Türkenangriffe errichtet, wobei sie gleichzeitig Sitz der Uskok-Hauptmänner war. Im 18. Jh. wurde sie durch einen Brand verwüstet und seitdem blieben nur noch mit Erde bedeckte Ruinen. Der Komplex befindet sich außerhalb des Dorfes Žumberak in einem Tal zwischen zwei Hügeln. Die Einheit mit der Kirche des hl. Nikolaus (in der heutigen Form 1654 gebaut), dem Pfarrhaus und der barocken Schandsäule aus dem 17. Jh. sind eine Besonderheit dieses Komplexes.

Zelingrad – Zelinska gora, Sveti Ivan Zelina

Auf dem Gebirge Zelinska gora in der Nähe des Bergheims auf Kladeščica auf dem Felsen entlang einer Forststraße liegt Zelingrad, eine mittelalterliche Stadt, die 1295 das erste Mal erwähnt wird, als Ivan, Sohn des Pfalzgrafen Dionysius, das Land Pavao Nespeš und dem Sohn seines Bruders Fabian als Belohnung für ihren treuen Dienst schenkte. Im Laufe der Geschichte ändert Zelingrad viele Besitzer, aber die wichtigsten Besitzer sind: Mitglieder der Familie Bičkela, Familie Zapolja, Petar Palffy und Paul Kerečeni. Seit 1635 wird Zelingrad das erste Mal als Ruine erwähnt. Der Komplex der Stadtelemente wird durch eine Wehrmauer umgeben, aus der ein runder defensiver Halbturm reicht, an den sich am nordwestlichen Eingang ein Halbturm lehnt. Im Südwesten befindet sich ein festes polygonales Gebäude, an das sich die südliche Wehrmauer mit einem Halbturm im Südosten anlehnt. Das Innere ist in zwei Teile aufgeteilt: der nördliche oder der Wohnbereich, der aus zwei Zimmern bestand, und der südliche Teil, der die Fläche des Innenhofes ausmacht.
In den letzten Jahren ist der Komplex im Besitz und unter der Leitung des Museums Sveti Ivan Zelina.

Informationen:
Web: www.zelingrad.hr