Holzkirchen und -Kapellen von Turopolje


Falls Sie einen Besuch den Ortschaften Dvoranci, Lučelnica, Gustelnica, Cvetković Brdo und Lukinić Brdo, Gradec Pokupski, Auguštanovec, Lijevi Štefanki, Cerje Pokupsko, Gladovec Pokupski sowie den etwas nördlicher gelegenen Niederlassungen Buševec, Velika Gorica und Velika Mlaka leisten, bekommen Sie die Gelegenheit, die einmaligen, überall durch dieses Gebiet zerstreuten Holzkirchen und -Kapellen kennenzulernen.

Die Holzkirchen und -Kapellen stellen den Höhepunkt der volkstümlichen Baukunst aus der Zeit des Barock in Nordkroatien dar. Obwohl es früher viele solche Holzkirchen und -Kapellen gab, besonders in den Gebieten, wo eine Steineiche gewachsen ist, können wir heute nur noch um die vierzig solchen Gebäude auf dem erwähnten Gebiet finden, die zum Zeitraum vom 17. bis zum Ende des 19. Jh. gehören.

In Turopolje, dem Brennpunkt, der seinen Einfluss durch die Konzentration der ursprünglichen volkstümlichen Schaffenskraft auf den Gesamtbereich zwischen den Flüssen Kupa und Sava ausweitete, wo sich die Bautradition der Holzkirchen tief in das 20. Jh. erstreckte, entstand ein Komplex der Sakralarchitektur aus Holz mit gleichen Merkmalen. Im Bereich, der auf der Internetseite der Gespanschaft angezeigt wurde, blieben gesamt dreizehn dieser Holzschönheiten erhalten.

Wir sind davon überzeugt, dass Sie von deren architektonischen Originalität und Einfachheit sowie von einer Vielfalt an rustikalen Details, die von den Kunstfähigkeiten der zu Gemeinschaften von Polieren und Zimmerern gehörenden Volksmeister zeugen, begeistert sein werden. Die meisten Kapellen mit eindrucksvollen, mehr oder weniger bemalten Interieurs kann man auch betreten (der Schlüssel befindet sich üblicherweise bei Einwohnern beziehungsweise bei Glöcknern).

Die Holzkapelle Christi des Verwundeten, Pleško polje

Diese Kapelle ließ 1758 Rozalija Plepelić, die Witwe des Adeligen Ladislav Plepelić, erbauen und einrichten. Im Museum von Turopolje wird die Urkunde aus dem Jahr 1767 aufbewahrt, in der behauptet wird, dass sich die Familie auch weiter um diese Kapelle kümmerte. Ihren heutigen Wert bilden die Fassadendekore. Am Kapellenportal wird in Farbe das Jahr 1896 aufgeschrieben, das nach dem Kapellentyp und nach der Art der Bearbeitung von Holzbalken (Planjki) dem Baujahr entsprechen könnte. Die Hauptbalken und Wände wurden gesägt und auf die deutsche Art (Nemški vugel) verbunden. Die Dachstraufe ist mit Zacken in Form von Tropfen versehen, die, wie auch andere Ornamente an der Fassade, mit Farben der kroatischen Trikolore: rot, weiß, blau, gefärbt wurden. Die Innenwände sind mit dem Kreuzwegmotiv aus Holz des ursprünglichen Künstlers Mato Mihinica aus Obrezina verziert.

Informationen:
Kapellenschlüssel: Pfarramt des heiligen Alojzije Stepinac,
Tel. +385 1 6222 170, Josip Ružman, Pfarrer.

Holzkapelle des heiligen Johannes des Täufer, Buševec

Diese Kapelle wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jh. erbaut, wobei sie ursprünglich dem Heiligen Apostel und erst nachträglich, nach der Hauptfigur am Altar aus 1696, dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht wurde. Der Altar ist mit einer reichen barocken Schnitzarbeit in Form von Akanthusblättern verziert. In der Kapelle gibt es einen besonders wertvollen Raum mit einer völlig rustikalen Malerei, die allerdings noch an den Decken und an den Wänden erhalten blieb. Die Decke ist mit den Szenen des Abschieds zwischen den Aposteln bemalt. An den Wänden der Kapelle finden wir bemalte Figuren von Evangelisten – vom heiligen Matthäus und heiligen Johannes an der Nord- und vom heiligen Markus und heiligen Lukas an der Südwand. Von Bedeutung ist allerdings auch die Angabe, dass diese Malerei zu einer authentischen Volksmalerei gehört, die nur noch selten zu finden ist und die sich von der Malerei aus der Holzkirche der heiligen Barbara in Velika Mlaka unterscheidet. Diese Kapelle diente auch als ein Muster für zahlreiche andere Holzkapellen in Turopolje und Pokuplje in der postbarocken Zeit.

Informationen:
Kapellenschlüssel mit Ankündigung: Katica Detelić, Dolenec 23, Buševec,
Tel. +385 1 6255 822.

Holzkapelle des heiligen Antonius von Padua, Gustelnica

Kapelle-in-Gustelnica-1

Kapelle in Gustelnica

Die heutige Kapelle, die sich an der Stelle der ursprünglichen Kapelle aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. befindet, wurde 1888 errichtet und 1889 geweiht. Durch ihr Aussehen und die spezifische Bauweise „na žale” unterscheidet sie sich von der traditionellen lokalen Bauweise. Die Innenwände sind mit Brettern belegt, deren bemalte Ornamente mit geometrischen und stilisiert Pflanzenmotiven an die Motive der Volkstracht erinnern. Der Plan für die Kapelle wurde von Dr. Hermann Bollé erstellt, während sie von einer Genossenschaft unterschiedlicher Meister aus Steiermark, Ungarn, Deutschland und Kroatien gebaut wurde.

Informationen:
Kapellenschlüssel: Pfarramt Dubranec, Dubranec 3,
Tel. +385 1 6267 407, Ivan Lovrić, Pfarrer, ausschließlich mit vorheriger Ankündigung.

Holzkapelle des heiligen Rochus, Cvetković Brdo

Kapelle-in-Cvetkovic-Brdo-1

Kapelle in Cvetković Brdo

Die heutige Kapelle, die sich an der Stelle der ursprünglichen Kapelle aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. befindet, wurde 1867 errichtet und 1888 geweiht. Sie wurde prachtvoll mit Brettern belegt. Dicke Bretter (Planjki) wurden auf die deutsche Art verbunden (Nemški vugel), während die Fenster auf die traditionelle Weise, mithilfe von Außenholzplatten, geschlossen werden. Der Hauptaltar wurde dem Schutzpatron, dem heiligen Rochus, geweiht, und der rechts stehende Nebenaltar dem heiligen Veit. Erstellt wurde der Altar aus Holz von einem Bildhauer-Selbstlerner aus Roženica, der die Tradition der Meister-Holzschnitzer von Turopolje fortsetzte.

Informationen:
Kapellenschlüssel: Pfarramt Dubranec, Dubranec 3,
Tel. +385 1 6267 407, Ivan Lovrić, Pfarrer, ausschließlich mit vorheriger Ankündigung.

Holzkapelle des heiligen Johannes des Täufer, Lukinić Brdo

Kapelle-in-Lukinic-Brdo-2

Kapelle in Lukinic Brdo

Die ursprüngliche Holzkapelle wurde, hinsichtlich der Aufschrift auf der Glocke, wahrscheinlich noch in der zweiten Hälfte des 17. Jh. errichtet, wobei die heutige Kapelle 1908 gebaut und 1909 geweiht wurde. Die Kapelle wurde von der Zimmerer-Genossenschaft von Marko und Jure Janković aus Čička Poljana erhoben, während der Hauptaltar das Werk eines einheimischen Meisters Pospišilo aus Buševec ist.

Informationen:
Kapellenschlüssel: Pfarramt Dubranec, Dubranec 3,
Tel. +385 1 6267 407, Ivan Lovrić, Pfarrer, ausschließlich mit vorheriger Ankündigung.

Holzkapelle des heiligen Georg, Lijevi Štefanki

Holzkapelle-des-heiligen-Georg-Lijevi-Štefanki-2

Kapelle des heiligen Georg, Lijevi Štefanki

Sie ist eine der ältesten und wertvollsten Holzkapellen, die 1677 an der Stelle der ursprünglichen Kapelle errichtet, während sie 1704 an den heutigen Platz versetzt wurde. Hinsichtlich ihrer Konstruktion und ihren Elementen ist sie vollkommen mit dem rustikalen Typ der Holzkapellen verbunden. Eine Besonderheit stellt auch der Hahn aus Schmiedeeisen am Gipfel des Kegeltürmchens dar. Der Innenbereich wurde durch einen barocken Einklang der Farben geprägt. Der reich verzierte Altar aus dem Jahr 1725 mit dem Bild des heiligen Georg und der Figur Muttergottes im Medaillon dominiert durch seine Ornamente und Pflanzen-Verzierungen.

Informationen:
Kapellenschlüssel mit Ankündigung: Frau Božica Hrvojić, Lijevi Štefanki 94,
Tel. +385 1 6264 768

Holzkapelle des heiligen Petrus unad Paulus, Cerje Pokupsko

Kapelle-Cerje-Pokupsko

Kapelle Cerje Pokupsko

Sie ist der Kapelle in Lukinić Brdo am ähnlichsten, obwohl sie wesentlich kleiner ist. Erhoben wurde sie 1932 von den Meistern Zimmerern Orelić aus Lijevi Štefanki. Die Ornamente sind denen an Familienhäusern aus Holz in Pokupsko gleich, da diese auch von denselben Meistern gebaut wurden. In der Kapelle befindet sich ein bescheidener Altar aus dem 17. Jh., der auf eine ältere Herkunft der Kapelle hinweist.

Informationen:
Kapellenschlüssel mit Ankündigung: Zdravko und Ana Sučec, Cerje Pokupsko 29,
Tel. +385 1 6266 150

Holzkapelle der Heiligen Dreifaltigkeit, Gladovec Pokupski

Kapelle-in-Gladovac-Pokupski-2

Kapelle in Gladovac Pokupski

Sie wurde 1847 auf einem Berg außerhalb des Ortes erbaut. Zum ältesten Teil des Inventars gehören das ovale Bild der Allerheiligen und ein kleiner Seitenaltar. In der Kapelle befindet sich ein ebenso interessantes und wertvolles Bild, das dem heiligen Johannes von Nepomuk gewidmet wurde. Es ist ein Gelöbnisbild aus 1743 mit der Darstellung des Kampfs mit den Türken, in einer Landschaft mit einem Fluss vor einer Befestigung. Auf dem Bild wurde auch der Geschenkgeber auf seinem Pferd mitten im Kampf dargestellt. Die andere Ausstattung im Kircheninneren stammt aus der Zeit des Rokoko, und wurde vermutlich aus der abgebrannten Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit aus Slatina teilweise umgezogen. Sie ist mit ihrer mit Bänken eingerichteten Umgebung für eine Erholung geeignet und ist gleichzeitig ein schöner Aussichtsort.

Informationen:
Kapellenschlüssel mit Ankündigung: Slavica Zaluški, Gladovec Pokupski 9,
Tel. +385 1 6266 428

Holzkapelle des heiligen Elija, Auguštanovec

Gelegen im Ort selbst wurde sie im 19./ 20.Jh. erbaut und begeistert einen mit ihrer einfachen Schönheit.

Informationen:
Kapellenschlüssel mit Ankündigung: Nikola Crnolatec, Handy: +385 98 687 668.

Holzkapelle des heiligen Leonhard, Gradec Pokupski

Kapelle-Gradec-Pokupski-1

Kapelle Gradec Pokupski

Sie wurde 1938 an der Stelle der einstigen Kapelle erbaut. Der Hauptaltar im volkstümlichen historistischen Stil blieb erhalten.

Informationen:
Kapellenschlüssel mit Ankündigung: Katica Tor, Špički 43,
Tel. +385 1 6278 041

Holzkapelle der Heiligen Dreifaltigkeit, Dvoranci

Kapelle-der-Heiligen-Dreifaltigkeit-Dvoranci-1

Holzkapelle der Heiligen Dreifaltigkeit, Dvoranci

Sie wurde im 18. Jh. errichtet und verfügt über ein aus der Bauzeit stammendes Inventar: Hauptaltar der Heiligen Dreifaltigkeit und zwei Seitenaltäre, links der Altar des Heiligen Rochus und rechts der Altar des heiligen Florians.

Informationen:
Kapellenschlüssel mit Ankündigung: Barica und Tomo Kušević, Dvoranci 68,
Tel. +385 1 6291 299.

Holzkapelle des Heiligen Geistes, Lučelnica

Holzkapelle-in-Lučelnica-2

Holzkapelle in Lučelnica

Sie wurde 1668 erwähnt. 1704 wurde sie abgerissen und neu errichtet. Im 19. Jh. wurde die neue Kapelle an der Stelle der alten gebaut. Die heutige Kapelle stammt aus 1935. Ein Altar kleinerer Dimensionen im volkstümlichen barocken Stil aus 1749 blieb mit zwei Statuen und einem Bild der Krönung der Hl. Jungfrau Maria erhalten. Der Kreuzweg, ein Werk des heimischen Autors Mate Mihinica aus Obrezina schmückt die Wände der Kapelle.

Informationen:
Kapellenschlüssel: Café-Bar „Sunčev zračak”, Lučelnica 39,
Tel. +385 1 6277 541.