Kraluž traditioneller Halsschmuck


Geschichte des Kraluž

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Details des Kraluš – einer traditionell hergestellten Halskette aus der Gegend von Sveta Nedelja und Samobor, Museum der Stadt Samobor

Ein traditioneller Halsschmuck aus der Gegend von Sveta Nedelja und Samobor, der auch heute noch den Frauen ein graziöses, elegantes und prachtvolles Aussehen verleiht.

Die ältesten Angaben zum Kraluž stammen aus der Zwischenkriegszeit des letzten Jahrhunderts. Der Kraluž, Kraluš und manchmal umschreibend auch geflochtener Kraluž genannt (im folgenden Text „Kraluž”) steht für eine besondere Halsschmuckart: eine Halskette aus Perlen angereiht in Form eines Netzes harmonischer Farben und Ornamente. In den Dörfern um Samobor und Sveta Nedelja ist dieser Schmuck Teil der weiblichen Festtagstracht. Der Kraluž ist ein Halsschmuck, der wegen seiner Breite auch manchmal zum Brustschmuck übergeht.

Die fortgeschrittenste Form wird aus 12 Pferdehaaren, die bescheidenere, einfachere Version aus 8 Pferdehaaren hergestellt.

Die Pferdehaare müssen weiß sein, sodass man durch die Glasperlen nicht die Fäden sehen kann. In der Zeit vor dem 2. Weltkrieg waren die Perlen aus Glas, die Grundfarben waren rot, weiß und blau, und dazwischen konnte manchmal eine perlmutt-, gold- oder silberfarbene Perle auftauchen.

Der Kraluž wird zu verschiedenen Anlässen getragen. Meistens an großen kirchlichen Feiertagen und den wichtigeren Ereignissen im Leben einer Frau. Zu den wichtigsten kirchlichen Feiertagen, an denen die prachtvolle Kleidung mit Kralužen verziert wurde, zählen Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt, Mariä Geburt und Weihnachten. In der Fastenzeit und Adventszeit durfte der Kraluž nicht getragen werden und daran haben sich alle gehalten. Der Kraluž ist ein Schmuck, mit dem man das Lebensalter einer Frau, ihren ehelichen und sozialen Status, und im geringeren Maße auch finanziellen Status verfolgen konnte.

Neuere Version des Kraluž

In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg kommt es zu den größten Veränderungen am Kraluž. Gleichzeitig mit den Glasperlen, und immer öfter anstatt jener, werden Kunststoffperlen eingesetzt, obwohl diese nicht den gleichen Glanz und die Eleganz wie die Glasperlen ausstrahlen.

Es werden auch neue Farben eingeführt: orange, rosa, violett und andere Farben, je nach dem immer vielfältiger werdenden Marktangebot.

In den sechziger Jahren des 20. Jh. folgt eine schrittweise Ablösung der Pferdehaare durch Kunststofffäden, die praktischer sind, da sie nicht von Motten befallen werden.

Der geflochtene Kraluž wird auch heute noch zu seltenen Anlässen getragen, an denen die Volkstracht zum Einsatz kommt. Ältere Frauen tragen ihn zu seltenen Wallfahrtsgelegenheiten auf die gleiche Art und Weise, wie sie ihn zu jüngeren Zeiten getragen haben, bzw. als das alltägliche Tragen der Tracht noch üblich war. Heutzutage wird der Kraluž hauptsächlich zu verschiedenen Veranstaltungen, Auftritten von kulturell-künstlerischen Vereinen aus der Gegend von Samobor, und festlichen Eröffnungen bestimmter Objekte getragen. Individuell entscheiden sich manche auch, den Kraluž zu Wallfahrten oder seltener als Brautpaar zur eigenen Hochzeit zu tragen.

Im Jahre 1998 erlebte der Kraluž eine interessante internationale Ausstellung an der Weltausstellung EXPO ’98 in Lissabon. Im Pavillon der Republik Kroatien trugen die Hostessen den Kraluž zu einer modern geschnittenen Kleidung, die eine Kreation der akademischen Malerin und Designerin Snježana Vego war. Die Kleidung hatte etwas andere Ornamente und Farben als die traditionelle Tracht und erzielte einen großen Effekt. Für den Kraluž entschied man sich wegen der einzigartigen Schönheit und der Identitätssymbolik, die in diesem Fall zur allgemeinen kroatischen wurde, und nicht nur auf die Gegend von Samobor begrenzt blieb.