Leinen und Weberei-Workshops


Leinen und das Weben

leinen-und-das-weben
Leinen-und-das-Weben Einzig und allein die Liebe bringt die Welt voran! Die Liebe war auch der Auslöser für ein Projekt in der nahen Umgebung von Zagreb, das auf die wohl schönste Weise mit der Tradition, Kunst, dem Land und der Ästhetik verbunden ist – das Projekt unter dem Namen – Leinen und Weberei-Workshops.

Hatten Sie vielleicht in Ihrer Kindheit jemals die Gelegenheit, beim Besuch älterer Menschen oder irgendwo in einem Museum ein echtes altes Leinenhandtuch anzufassen, welches nach dem Waschen zum Abtrocknen von Gesicht und Körper unsere Vorfahren benutzt haben?

Wenn ja, dann wissen Sie genau, wie sanft und angenehm sich so ein Handtuch gewebt aus Leinenfäden anfühlt, von dieser wunderschönen Pflanze, die mitten im Sommer auf ihrem langen grünen Stiel kleine Blüten in der Farbe des Sonnenhimmels trägt.

An diese blauen Leinenfelder erinnern sich aus ihrer frühen Kindheit viele Frauen in den Dörfern Ostkroatiens – in Slawonien und dem flachländischen Teil der Umgebung von Zagreb, für die das Leinen ein fester Bestandteil des Alltags war. Bereits von klein auf erinnern sie sich an das Stoßen im Mörser, das Einweichen des Leinens, die Räumlichkeiten in den alten, traditionellen Holzhäusern, in denen sie Handtücher, Bettwäsche und Kleider aus Leinen umgaben, wo sie auf Leinenkissen einschliefen, und sich mit Leinenlaken bedeckten, die „atmen” und sich wunderbar waschen konnten.

Das Projekt im Feld Ivanić Grad

weberin

Weberin

Gerade die Erkenntnis, dass man diese blauen Leinenfelder aus der Kindheit fast gar nicht mehr sehen kann und dass es das Leinen fast überhaupt nicht mehr gibt, hat die jetzt erfolgreiche Geschäftsfrau Lady Jadranka Beresford Peirse, die einst selber als Mädchen von den blaugefärbten Feldern ihrer Heimat schwärmte, dazu getrieben, mithilfe ihrer Mitarbeiterin an der Volkshochschule in Ivanić-Grad, Frau Palma Posavec Klun, ein Projekt zu starten, um auf den kroatischen Feldern wieder Leinen anzusäen, alte Webstuben zum Handweben wieder zu entdecken, und Weberinnen ausfindig zu machen, die noch immer diese alte Fähigkeit beherrschen.

Dank einem starken Willen, viel Arbeit und Fleiß sind die Leinenfelder wieder zurückgekehrt und einem fast vergessenen Gewerbe des textilen Handwerks konnte ein neuer Aufschwung verliehen werden. Heute ist dieses Gewerbe im südöstlichen Teil der Gespanschaft Zagreb vertreten. Dort wird auf die alte, traditionelle Weise das Leinen gesät, gepflückt und verarbeitet, wonach es eingeweicht, getrocknet und zu dünnen Fäden gesponnen wird. Aus dem Leinengewebe entstehen dann dank der fleißigen Weberinnen in den Weberei-Workshops traditionelle Gegenstände, wie z. B. Handtücher, Servietten und Tischläufer. Es werden auch kreative Workshops organisiert an denen die erfahrenen Weberinnen ihr Können an junge Frauen und Mädchen weitergeben, aber auch an alle Besucher, die sich für die Erhaltung dieser alten fast vergessenen Tradition interessieren. Das Schönste daran ist gerade die Wiedererweckung zum Leben eines Handwerks, mit dem sich die Menschen hier von einer Generation auf die andere beschäftigten. So viel Talent ist dort miteingewebt, fast gut, dass es in Vergessenheit geriet, da es jetzt wieder das Licht des Tages erblicken kann!